100.000 Tesla Optimus pro Jahr bis 2030: Die neuen Märchen des Baron Elon von Muskhausen

Während die Tesla-Aktie angesichts sinkender Nachfrage weiter vor sich hindümpelt, bemüht sich CEO Elon Musk redlich, seine Investoren bei Laune zu halten. Bei einem Gespräch mit Anlegern in dieser Woche versuchte er, die versammelten Geldgeber davon zu überzeugen, dass Tesla mit Robotaxis und dem Tesla Optimus Serviceroboter in „stratosphärische Höhen“ aufbreche. Der klassische PKW-Verkauf? Reine Nebensache. Das Unternehmen sei im Wandel.
Es sind keine leichten Zeiten für Elon Musk. Mit Tesla läuft’s nicht so gut, und dann ist diese Woche auch noch sein weltumspannendes Satellitennetzwerk Starlink ausgefallen. Als ob das noch nicht genügt, musste sich der Ex-Busenfreund von Donald Trump jetzt auch noch gegenüber seinen Investoren rechtfertigen.
Wie das Wall Street Journal berichtet, lieferte Musk bei dem Call wenig Substanzielles – dafür umso mehr Vision. Er appellierte an die Teilnehmenden, nicht so streng auf die aktuellen Zahlen zu schauen, sondern auf das große Ganze.
Mal wieder.
Tesla sei im Umbruch, und mit Fortschritten bei autonomem Fahren sowie dem humanoiden Roboter „Optimus“ werde das Unternehmen „das wertvollste der Welt“. Bis zu 100.000 Tesla Optimus jährlich wolle man bis 2030 produzieren. Zumindest, so Musk, wäre er „sehr überrascht“, wenn das nicht gelinge.
Klingt vertraut?
Das hat starke Cybertruck-Vibes. Von dieser infantilen Fahrzeug-Monstrosität mit dem Charme eines Bauschuttcontainers versprach Musk im Mai 2023 eine Jahresproduktion von bis zu 500.000 Stück. Die Realität? Weniger als 50.000 gebaut, die Produktion inzwischen praktisch gestoppt – mangels Nachfrage.
Gleichzeitig gestand Musk ein, dass Tesla bis Ende 2025 kein neues Fahrzeugmodell vorstellen werde. Das angekündigte günstige Einsteigermodell? Nur ein überarbeitetes Model Y – kein neues Auto, sondern ein Aufguss. Die EV-Konkurrenz auch China fährt Musk längst davon.
Autos? Nebensache. Autonomie ist „Key“
Aber der Autoverkauf sei ohnehin zweitrangig, so Musk. Das physische Fahrzeug diene lediglich als Trägerplattform – denn erst die Autonomie katapultiere den Unternehmenswert „auf stratosphärische Level“.
Wie passend. Auch der gute alte Baron Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen ritt ja einst auf einer Kanonenkugel hoch durch die Lüfte.
Während Konkurrenten wie Waymo längst fahrerlose Taxis durch San Francisco, Los Angeles oder Atlanta rollen lassen, kann Tesla gerade einmal ein paar „Roboteslas“ in einem kleinen, abgesperrten Gebiet rund um den Firmensitz in Austin, Texas vorzeigen. Dort fahren die Fahrzeuge – sehr zur Freude der testosterongeladenen Musk-Fangemeinde – in einem Geofencing-Areal, das auf der Karte aussieht wie ein riesiger Penis.
Ganz nebenbei: Wirklich autonom sind die Fahrten nicht. Denn zur Sicherheit sitzt stets ein Tesla-Mitarbeiter auf dem Beifahrersitz, um im Notfall einzugreifen. Sehr autonom.
Träume sind Schäume: Optimus auf Rollschuhen
Aber keine Sorge – wer an Teslas Zukunft zweifelt, kann sich schon heute im frisch eröffneten Tesla Diner in Los Angeles von einem Optimus-Roboter Burger und Cola servieren lassen. Ähm, nein. Eigentlich nur Popcorn. Stationär. Und gesteuert wird er auch noch aus der Ferne von einem Menschen. Und das ging bei der Eröffnung auch noch schief.
Egal: Musk verspricht: In Zukunft könnten seine Roboter Kellner:innen auf Rollschuhen ersetzen. Und ja, man könne ihnen auch ein „niedliches Outfit“ verpassen.
Ob sich die Investoren erneut einlullen lassen? Die Liste der gebrochenen Versprechen des Elon Musk ist mittlerweile länger als die Überreste seiner beim Start explodierten Marsraketen aneinandergereiht.
Ach ja, der Mars.
Den wollte Baron Elon von Muskhausen ja eigentlich längst auch schon besiedelt haben.