The Things Conference: Sieben Funkallianzen, ein CRA-Stichtag: Was das Programm über das IoT 2026 verrät
Am 22. und 23. September teilen sich in Amsterdam sieben konkurrierende Funkallianzen eine Bühne, und drei aufeinanderfolgende Panels behandeln den Cyber Resilience Act, dessen Meldepflichten seit dem 11. September gelten.
- Die The Things Conference findet am 22. und 23. September 2026 in der Kromhouthal in Amsterdam statt; der Veranstalter The Things Industries erwartet über 2.000 Teilnehmer aus mehr als 80 Ländern.
- Sieben Funkallianzen – darunter Bluetooth SIG, Wi-Fi Alliance, LoRa Alliance und Z-Wave Alliance – diskutieren gemeinsam in einem Panel, statt wie üblich getrennt für ihre Technologie zu werben.
- Mehrere Programmpunkte behandeln den Cyber Resilience Act, dessen Meldepflichten für Hersteller vernetzter Produkte seit dem 11. September 2026 gelten.
Warum stehen sieben Funkallianzen gemeinsam auf einer Bühne?
Gleich nach der Eröffnungskeynote am Dienstagmorgen folgt ein Panel mit dem Titel „Wireless IoT Standards: State of the Union„. Auf der Bühne stehen Vertreter von DECT Forum, Connectivity Standards Alliance, Thread Group, Bluetooth SIG, Wi-Fi Alliance, LoRa Alliance und Z-Wave Alliance; die Programmbeschreibung bezeichnet diese Konstellation als Premiere. In seiner Ankündigung beschreibt der Veranstalter die dahinterliegende Verschiebung: weg von der Frage, welches Protokoll gewinnt, hin zu der Frage, wie sie zuverlässig zusammenarbeiten. Das Motto der Ausgabe, „Put Your Demo Where Your Mouth Is“, zielt in dieselbe Richtung – funktionierende Demonstration statt Roadmap-Folie. Ob das Panel diesen Anspruch einlöst, wird sich zeigen.
Was bedeutet der CRA-Stichtag für Gerätehersteller?
Am zweiten Konferenztag laufen im Forum Two drei Panels hintereinander: die Meldepflichten, die Verantwortlichkeiten bei der Konformitätsbewertung und die Software Bill of Materials – also die Stückliste aller in einem Produkt verbauten Softwarekomponenten. Davor steht eine Keynote zur Haftungsfrage bei Open-Source-Bausteinen, danach schildert Philips den eigenen Umsetzungsansatz. Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Seit dem 11. September 2026 müssen Hersteller aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle melden, EU-weit über eine zentrale Plattform der Cybersicherheitsagentur ENISA. Die übrigen Pflichten inklusive CE-Kennzeichnung greifen laut BSI erst am 11. Dezember 2027. Eine Branche, die Compliance jahrelang als Randthema behandelt hat, räumt ihr jetzt Bühnenzeit ein.
Was bedeutet der CRA-Stichtag für Gerätehersteller?
Am zweiten Konferenztag laufen im Forum Two drei Panels hintereinander, die Meldepflichten, Verantwortlichkeiten bei der Konformitätsbewertung und die Software Bill of Materials behandeln – also die Stückliste aller in einem Produkt verbauten Softwarekomponenten. Davor steht eine Keynote zur Haftungsfrage bei Open-Source-Bausteinen, danach schildert Philips den eigenen Umsetzungsansatz. Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Seit dem 11. September 2026 müssen Hersteller aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle melden, EU-weit über eine zentrale Plattform der Cybersicherheitsagentur ENISA. Die übrigen Pflichten inklusive CE-Kennzeichnung greifen laut BSI erst am 11. Dezember 2027. Eine Branche, die Compliance jahrelang als Randthema behandelt hat, räumt ihr jetzt Bühnenzeit ein.
Wie ernst ist Satellitenanbindung inzwischen?
Mindestens sechs Sessions im Programm behandeln nicht-terrestrische Netze (NTN), also die Anbindung von Endgeräten direkt an Satelliten. Lacuna Space argumentiert gegen den Hype um 5G-NTN und für standardisiertes Satelliten-LoRaWAN, Skylo positioniert Satellitenfunk als Rückkanal für LoRaWAN-Gateways ohne Glasfaser- oder Mobilfunkanschluss, OQ Technology tritt nach eigenen Angaben als europäischer Betreiber mit deutscher Lizenz auf. Hubble Network zeigt, wie unmodifizierte Bluetooth-Chips direkt an Satelliten senden. Auch die Deutsche Telekom ist präsent: Christian Schwalbe, CEO von Deutsche Telekom IoT, hält am Dienstagnachmittag eine Keynote, zwei Kollegen geben einen Workshop zu SIM-loser Satellitenkonnektivität.
Wo widerspricht die Branche sich selbst?
Der ehrlichste Programmpunkt kommt am Mittwochmorgen. Lyubomir Yanchev, CEO des Geräteherstellers MClimate, erklärt unter dem Titel „The Energy Harvesting Paradox“, warum sein Unternehmen zwei solarbetriebene Sensoren inzwischen mit eingelegten AA-Batterien ausliefert – zum gleichen Preis. Felddaten hätten gezeigt, dass Geräte in dunklen Einbaulagen oder auf langen Transportwegen langsam ausfallen, statt das Versprechen wartungsfreier Dauerlaufzeit zu halten. Ein Hersteller, der eine Marketingaussage öffentlich zurücknimmt, ist auf einer Industriekonferenz eine Seltenheit.
Fazit
Wer das Programm als Branchenbarometer liest, findet dort keine neue Leittechnologie, sondern drei nüchterne Bewegungen: Funkstandards suchen die Koexistenz statt den Sieg, Regulierung wird zum Produktmerkmal, und Konnektivität hört nicht mehr am Rand der Mobilfunkabdeckung auf. Ob die Demos halten, was das Motto verspricht, zeigt sich ab Dienstag. Tickets gibt es weiterhin.
Die 9. Ausgabe der The Things Conference läuft am 22. und 23. September 2026 in der Kromhouthal in Amsterdam, Gedempt Hamerkanaal 231. Veranstalter ist das niederländische Unternehmen The Things Industries. Tickets und Programm sind über die offizielle Konferenzseite erreichbar.
Nein. LoRaWAN bleibt ein Schwerpunkt, das Programm 2026 deckt daneben aber Bluetooth, Wi-Fi und Wi-Fi HaLow, Thread, Matter, Z-Wave, DECT NR+, Mobilfunk-IoT und Satellitenkonnektivität ab. Hinzu kommen Edge AI, Energy Harvesting und Regulierung.
Seit dem 11. September 2026 müssen Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle an die zuständigen Stellen melden. Die Meldung läuft über eine zentrale Plattform der EU-Agentur ENISA. Die vollständigen Produktanforderungen inklusive Konformitätsbewertung greifen erst ab dem 11. Dezember 2027.
NTN steht für Non-Terrestrial Network und bezeichnet Funkverbindungen über Satelliten statt über Mobilfunkmasten. Seit 3GPP Release 17 lassen sich dafür Standard-Mobilfunkprotokolle nutzen, sodass IoT-Geräte ohne spezielle Satellitenhardware auskommen können. Typische Anwendungen sind Landwirtschaft, Schifffahrt und Anlagenüberwachung außerhalb der Mobilfunkabdeckung.












