Neuer 4G-Umweltsensor im Test: SenseCAP Combo 5-in-1 drei Monate im Gewächshaus
Mit dem SenseCAP Combo 5-in-1 mit 4G liefert Seeed Studio einen professionellen Umweltsensor beispielsweise für den Einsatz in Gewächshäusern. Solarbetrieben und mit Mobilfunk ausgestattet ist er schnell einsatzbereit. Die Seeed API liefert zudem viel Spielraum zur individuellen Gestaltung eigener Dashboards. Ich habe das Gerät und vor allem die API für ein individuelles Dashboard drei Monate lang vor globalem Verkaufsstart Ende August 2026 getestet.
- Seeed Studio verkauft den SenseCAP Combo 5-in-1 als einsatzfertigen Umweltsensor mit 4G-Mobilfunk, Solarpanel und einem RS485-Anschluss für bis zu zehn zusätzliche Industriesensoren; die global vertriebene Variante ist ab Ende August ab 226 Euro / 260 USD erhältlich.
- Über die REST-Schnittstelle der SenseCraft-Cloud lässt sich ein eigenes komfortables Dashboard bauen; ein zentraler Zwischenspeicher auf dem eigenen Server hält die Zahl der Cloud-Abfragen dabei in Grenzen und schont die API.
- Bricht die Mobilfunkverbindung ab, speichert das Gerät bis zu 500.000 Messwerte lokal und überträgt sie nach der Wiederverbindung nach; der Online-Status sagt deshalb wenig über die tatsächliche Datenlage.
Wer ist Seeed Studio, und für wen baut das Unternehmen?
Im klassischen Consumer-Markt ist Seeed Studio eher unbekannt, in der Maker-Szene umso mehr. Eric Pan gründete die Firma 2008 in Shenzhen, heute sitzt sie dort mit Niederlassungen in den USA und in Japan. Seeed liefert Bausteine für vernetzte Anwendungen: Entwicklungsboards, Funkmodule, Gateways und Sensorik. Die Wurzeln liegen in der Open-Source-Hardware-Szene, in der Schaltpläne, Firmware und Schnittstellen offenliegen. Das prägt die Produkte bis heute. SenseCAP heißt die Produktlinie für einsatzfertige Umweltsensorik. Dazu gehören Bodensensoren, Wetterstationen, LoRaWAN-Gateways und eine eigene Cloud. Die Zielgruppe erschließt sich aus den Merkmalen: ein RS485-Anschluss für zusätzliche Modbus-Sensoren, ein frei wählbares Ziel für MQTT, ein schlankes Protokoll für die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation, und eine dokumentierte REST-Schnittstelle. Seeed baut für professionelle Anwender, die Messwerte in eigene Systeme holen. Wer einen Sensor sucht, den er auspackt und der eine fertige App füllt, greift zum falschen Gerät.
SenseCAP Combo 5-in-1 im Langzeittest
Für diesen Test habe ich ein Gerät noch vor dem globalen Verkaufsstart direkt aus China erhalten. Das Testprodukt ist allerdings die ursprünglich für den chinesischen Markt vorgesehene Variante (4G-YUN-02-Global). Die nun weltweit vertriebene Version 4G-YUN-03-Global entspricht ihr technisch, ist aber um einen Luftdrucksensor ergänzt. Die globale Version lässt sich derzeit vorbestellen, die Auslieferung soll nach Angaben von Seeed voraussichtlich Ende August 2026 beginnen. Direkt bei Seeed Studio beträgt der Preis rund 226 Euro, US-Kunden zahlen rund 260 Dollar.
Mein Testgerät hängt seit Mitte Mai, nunmehr gut zwölf Wochen, im Gewächshaus und meldet alle 20 Minuten. Es lieferte Lufttemperatur, Luftfeuchte, Taupunkt, Lichtintensität und CO₂. Den zusätzlichen RS485-Anschluss habe ich nicht genutzt.

An/Aus-Schalter, Strom-, SIM-Karten und Anschluss für weitere Sensoren befinden sich an der Unterseite des Gerätes. Foto: Autor
Das Gehäuse besteht aus einem Blend aus Polycarbonat und ASA — der erste Kunststoff bringt die Schlagzähigkeit mit, der zweite die Farb- und Witterungsbeständigkeit, wie man sie von Außenspiegeln und Gartenmöbeln kennt. Die Schutzart ist IPX5. Das Gerät ist also gegen Strahlwasser und damit gegen Regen geschützt, die Platine ist zusätzlich gegen Feuchtigkeit behandelt. Für das Gewächshaus also bestens ausgestattet. In staubigen Umgebungen, wie etwa einem Getreidelager oder einer Trocknungshalle, ist der Sensor daher eher weniger geeignet.
Das Gerät misst 202 mal 202 mal 175 Millimeter und wiegt 800 Gramm. Die Montierung erfolgt idealerweise hängend. Strom liefern ein Solarpanel mit einem Watt Spitzenleistung und ein Lithium-Ionen-Akku mit 5200 mAh. Über einen USB-Type-C-Anschluss nimmt der Sensor 5 Volt bei 2 Ampere auf. Die Sensorik arbeitet nach Datenblatt mit ±0,2 °C bei der Temperatur, ±2 Prozent bei der relativen Feuchte, ±5 Prozent bei der Lichtstärke und ±50 ppm zuzüglich drei Prozent des Messwerts beim CO₂ bis 5000 ppm.
Der Messbereich reicht bei der Temperatur von minus 40 bis plus 85 °C. Allerdings: Als Betriebstemperatur nennt der User Guide lediglich 0 bis 40 °C und begründet die Grenze mit dem mitgelieferten Netzteil, das nur für Innenräume taugt. Wichtiger ist der eigene Abschnitt zur Tieftemperatur: Unter 0 °C lädt der Akku nicht, weder über Solar noch über Netzteil. Entleert er sich in dieser Phase vollständig, läuft das Gerät auch am Netzteil nicht wieder an, bis die Umgebung über 0 °C steigt und der Akku ein sicheres Niveau erreicht. Wer den Sensor ganzjährig draußen betreiben will, muss das einkalkulieren.
Wie kommt der Sensor ins Netz?
Das Gerät funkt über 4G Cat.1 und nimmt eine Micro-SIM im Format 3FF auf. Es deckt siebzehn LTE-FDD-Bänder ab, darunter B1, B3, B7, B8 und B20 — die in Deutschland und Europa gebräuchlichen — sowie sieben TDD-Bänder. Der APN lässt sich frei setzen. Damit gilt: Jede SIM mit konfigurierbarem APN funktioniert. Der Sensor ist an keinen Anbieter gebunden.
Für den Test habe ich eine IoT-SIM von IXT bekommen. IXT mit Hauptsitz in Norwegen ist ein Full MVNO, also ein Mobilfunkanbieter ohne eigenes Funknetz, der Kapazität bei Netzbetreibern einkauft und dabei ein eigenes Kernnetz betreibt. Somit sind IXT-SIM-Karten global einsetzbar. Das Unternehmen erreicht über Multi-IMSI und eSIM mehr als 600 Mobilfunknetze in über 190 Ländern. Am Teststandort Düsseldorf buchte sich die SIM ins Netz von Vodafone Deutschland ein. Über den gesamten Testzeitraum gab die Mobilfunkverbindung keinen Anlass zur Beanstandung. Reichweitenprobleme im Gewächshaus traten nicht auf.
Was leistet das SenseCAP-Portal?
Seeed liefert zum Gerät eine eigene Cloud. Man bindet den Sensor über den QR-Code auf dem Geräteetikett an das Konto in der SenseCraft-App. Im Portal stehen anschließend die aktuellen Messwerte, Verlaufsgrafiken für Tag, Woche und Monat, der Ladestand, der Meldeabstand und der Online-Status. Dort verwaltet man auch die API-Zugänge. Das Portal selbst ist nicht besonders endnutzerfreundlich. Man erkennt an der UX deutlich die „Handschrift“ von Ingenieuren und Entwicklern. Für den Alltag und zum Auslesen aktueller Sensordaten reicht es.

Wer aber auf Design, Übersichtlichkeit und Individualisierung Wert legt, muss selbst Hand anlegen. Auch ohne Cloud ist das Gerät nutzbar. Wer die Cloud gar nicht nutzen will, stellt das MQTT-Ziel mit dem Sensor Hub Configuration Tool NG auf einen eigenen Server um.
Ich habe mich für einen anderen Weg entschieden und für ein individuelles Dashboard die Seeed-Cloud über ihre API-Schnittstelle abgefragt.
Ein eigenes öffentliches Dashboard für den SenseCAP Sensor
Das Dashboard läuft bei mir zu Hause auf einem NAS, einem Netzwerkspeicher, in einem Docker-Container. Docker kapselt ein Programm samt seiner Abhängigkeiten so, dass es unabhängig vom Betriebssystem des Rechners startet.
Im Container arbeitet ein Serverprogramm auf Basis von Node.js mit dem Zusatzpaket Express. Es steht zwischen der Bedienoberfläche und der SenseCraft-Cloud: Die Oberfläche fragt nie die Cloud, sondern immer nur mein Serverprogramm.

Ein individuelles Dashboard holt das meiste aus dem Funktionsumfang des Sensors und der API-Schnittstelle heraus. Screenshot: WeSpeakIoT
Der API-Schlüssel bleibt dadurch auf dem Server und taucht im Browser nicht auf. Er darf ohnehin nur lesen, und die Geräte-Kennung steht serverseitig fest. Abgefragt wird in festen Abständen, nicht bei jedem Seitenaufruf. Aktuelle Messwerte und Gerätestatus holt das Programm alle 20 Minuten, eine Sieben-Tage-Reihe alle zwei Stunden, eine 60-Tage-Reihe alle sechs.
Die 30-Tage-Ansicht rechne ich aus den 60-Tage-Daten heraus, statt sie ein zweites Mal abzurufen. Das spart nicht nur Aufrufe, es verhindert auch, dass beide Ansichten unterschiedliche Werte zeigen. Für längere Zeiträume mittelt das Programm die Rohdaten, damit jede Ansicht auf eine vergleichbare Punktzahl kommt: halbstündlich für sieben Tage, stündlich für 30, zweistündlich für 60.

Der Messwerteverlauf über Stunden, Tage und Wochen lässt sich mit ein paar Tricks über die API abrufen. Screenshot: WeSpeakIoT
Weil dieser Zwischenspeicher auf dem Server liegt und nicht im Browser, ändert sich die Zahl der Abfragen nicht, wenn zehn Leute die Seite gleichzeitig öffnen. In der Oberfläche stehen fünf Messwertkarten, jede mit einer Farbskala nach Gewächshaus-Schwellwerten. Ein Klick öffnet das Liniendiagramm, weitere Klicks schalten zwischen 24 Stunden, sieben, 30 und 60 Tagen um.
Öffentlich erreichbar ist das Dashboard für diesen Beitrag trotzdem, ohne dass ich dafür Zugriff auf mein NAS ermöglichen muss: Statt Portfreigabe und Reverse Proxy schiebt das Serverprogramm alle 20 Minuten einen vollständigen Abzug, eine Kopie des Originaldashboards, auf den Webserver dieser Seite: eine HTML-Datei, die Messwerte samt Verlaufsdaten als fertige Datei, das Diagrammskript und die Bilder. Das hier gezeigte öffentliche Dashboard hat daher auch kein Backend, keine Zugangsdaten und keine Verbindung zur SenseCraft-Cloud. Es liefert Dateien aus. Der Funktionsumfang bleibt vollständig, inklusive Diagrammen und Zeitraumumschaltung; die Daten sind höchstens 20 Minuten alt.
Ansehen lässt sich das Ergebnis unter wespeakiot.com/greenhousedashboard.
Was dokumentiert die API nicht?
Die Schnittstelle ist gut genug dokumentiert, um damit zu arbeiten. Ihr Verhalten weicht an zwei Stellen trotzdem von dem ab, was man erwartet — und das kostete mich die meiste Zeit im ganzen Test. Die Schnittstelle meldet nicht zwingend einen Fehler, wenn sie eine Anfrage nicht wie gestellt beantworten kann. Sie antwortet trotzdem. Zwei Fälle habe ich belegt:
- Überschreitet eine Abfrage das dokumentierte 30-Tage-Fenster, ignoriert die Schnittstelle den Startzeitpunkt stillschweigend. Sie liefert die jüngsten Datensätze vor dem Endzeitpunkt zurück, ohne Hinweis. Aufgefallen ist mir das erst, weil die Langzeitgrafik zu wenige Punkte hatte. Seitdem paginiere ich in rollierenden 30-Tage-Blöcken rückwärts.
- Frage ich eine Messgröße ab, die mein Gerät nicht führt, kommt der Erfolgscode 0 mit leerem Datensatz zurück. Ich habe das mit fünf IDs getestet, darunter der Luftdruck, den mein Testgerät nicht besitzt. Alle fünf antworteten leer und erfolgreich.
Wer nur auf den Statuscode schaut und nicht auf die Daten selbst, merkt nicht, dass etwas fehlt.
Dazu kommt eine Fußangel, die nichts mit dem Gerät zu tun hat, sondern mit der Dokumentation selbst. Die Doku-Seite bietet ihren gesamten Inhalt als PDF zum Download an. Dieses PDF ist laut Vermerk aus 2021. Und dieser Rückstand ist messbar. Das Feld battery_digit, das den Ladestand auf das Prozent genau liefert, steht in der Webfassung samt Beispiel; im PDF fehlt es. Ebenso die Abfrage des SIM-Karten-Status. Wer das PDF herunterlädt, um offline zu entwickeln, arbeitet mit Listen von 2021, also lieber mit der Online-Doku arbeiten!
Auch die Fehlerliste hilft nur begrenzt. Sie führt acht Codes. Mein Testgerät war an die chinesische Station der Cloud gebunden; sprach ich versehentlich die globale an, kam Code 11104 zurück, mit der Meldung, Zugangskennung oder Schlüssel seien falsch. Beides stimmte. Der Code steht in keiner der beiden Listen, und die Meldung zeigt in die falsche Richtung: Wer sie liest, prüft seine Zugangsdaten und nicht seinen Endpunkt.
Eine kleinere Stolperstelle betrifft die Kanalnummern. Die Schnittstelle zählt anders als das Portal. Bei meinem Gerät liegt das Licht auf Kanal 10, Temperatur, Feuchte und Taupunkt auf Kanal 11, das CO₂ auf Kanal 12. Das Portal zeigt dieselben Kanäle als 0, 1 und 2. Beim -03-Modell kommt laut Seeeds Log-Analyse der Luftdruck auf Kanal 13 hinzu.
Wie viele Abfragen pro Sekunde verträgt die API-Schnittstelle?
Wie oft man die Schnittstelle abfragen darf, fand ich in keiner Dokumentation. Auf Nachfrage nannte der Seeed-Support im Juni 2026 konkrete Werte: Die Schnittstelle arbeitet nach dem Token-Bucket-Verfahren mit zehn Tokens und füllt einen Token pro Sekunde nach. Kurzfristig sind damit zehn Anfragen gleichzeitig möglich, im Dauerbetrieb im Mittel eine pro Sekunde. Wer mehrere Geräte über dieselben Zugangsdaten abfragt, sollte diese Zahl kennen.
Kleinere Ausfälle im Testzeitraum, Daten bleiben erhalten
Zweimal im Testzeitraum fiel das Gerät aus. Beide Male half ein Neustart, seitdem läuft der Sensor ohne weiteren Ausfall. Eine bestätigte Ursache ließ sich leider nicht ermitteln. Eine Erklärung lässt sich allerdings ausschließen: Beide Ausfälle ließen sich durch einen Neustart des Geräts beheben, am selben Standort, mit derselben SIM-Karte und im selben Netz. Hätte das Mobilfunknetz das Problem verursacht, hätte ein Geräteneustart daran nichts geändert. Das spricht gegen die Mobilfunkverbindung als Ursache und für ein geräteseitiges Problem.
Interessanter als die Ausfälle selbst ist, was Seeed mir zum Verhalten bei schlechter Verbindung erklärt hat: Verliert das Gerät den Kontakt zur Cloud, schreibt es fleißig weiter mit. Bis zu 500.000 Datensätze passen nach Datenblatt in den lokalen Speicher.
Kommt die Verbindung zurück, überträgt der Sensor den Rückstand automatisch nach.
Das beruhigt. Sollte sich die Verbindung des Gerätes mit der Cloud doch einmal aufhängen, gehen keine Daten verloren! Für jeden, der die Daten weiterverarbeitet, folgt daraus ein praktischer Hinweis. Der Online-Status taugt allein nicht als Anzeige dafür, ob Daten vorliegen. Die Messreihe kann lückenlos sein, während das Portal offline meldet. Nach einer Wiederverbindung tauchen Werte scheinbar rückwirkend auf, mit Zeitstempeln aus der Vergangenheit.
Wer ein eigenes Backend betreibt und dieses Verhalten nicht kennt, sucht den Fehler zuerst bei sich.
Wie hat sich der Akku im Testzeitraum geschlagen?
Über den gesamten Testzeitraum von Mitte Mai bis Anfang August hielt die tägliche Sonneneinstrahlung den Akku durchgehend voll. Bei einem Meldeabstand von 20 Minuten reichte das Ein-Watt-Panel im Gewächshaus aus, ohne dass ich nachgeladen habe. Das sind allerdings die besten Lichtmonate des Jahres. Für den Winter lässt sich das nicht ohne Weiteres fortschreiben und bedarf weiterer Tests. Sollte der Strom knapp werden, hilft also entweder die externe Stromversorgung oder ein längerer Meldeabstand in die Cloud.
Fazit
Ihren Wert entfaltet die Plattform in der Integration. Wer Umweltdaten über Mobilfunk erfassen will, kauft sonst meist getrennt ein: einen Datenlogger und die Sensoren dazu. Seeeds eigener Sensor Hub 4G etwa bietet dieselbe Offenheit — Mobilfunk, Modbus über RS485, frei wählbares Serverziel — und bindet sogar bis zu 32 Sensoren ein, misst aber selbst nichts. Im SenseCAP Combo 5-in-1 steckt Messtechnik, Mobilfunk, Solarversorgung, wetterfestes Gehäuse und die RS485-Erweiterung in nur einem Gerät, das man aufhängt und einschaltet.
Die naheliegende Alternative ist nicht ein anderes Mobilfunkgerät, sondern LoRaWAN, ein Funkstandard mit hoher Reichweite und geringem Energiebedarf.
Seeeds S2120 etwa misst acht Größen statt fünf, braucht dafür aber eine eigene Basisstation; das passende Gateway führt Seeed mit 99 Dollar. Für einen einzelnen Standort spart der Mobilfunkweg diese Investition. Ab mehreren Knoten auf demselben Gelände dreht sich das Verhältnis, weil dann ein Gateway für alle Sensoren reicht.
Obwohl Seeed die SenseCAP 5-in-1 Combo bewusst mobilfunkanbieterneutral vertreibt, ist nach IXT-Angaben in Kürze eine Promo-Aktion geplant. Sobald neue Informationen vorliegen, werde ich diese hier veröffentlichen.
Das Gerät erfasst Lufttemperatur, Luftfeuchte, Taupunkt, Lichtintensität und CO₂. Die global vertriebene Variante 4G-YUN-03-Global misst zusätzlich den barometrischen Luftdruck. Über einen RS485-Anschluss lassen sich bis zu zehn weitere Modbus-RTU-Sensoren anschließen, etwa für Bodenfeuchte oder Bodentemperatur.
Der Taupunkt wird berechnet, nicht gemessen. Das Datenblatt führt ihn ausdrücklich als Wert, den ein Algorithmus aus Temperatur und Luftfeuchte ableitet. Ein eigener Taupunktsensor steckt nicht im Gerät. Für die Auswertung heißt das: Der Taupunkt liefert keine zusätzliche Messinformation, sondern eine Umrechnung aus zwei Werten, die ohnehin vorliegen.
Ja. Das Gerät sendet seine Daten per MQTT, und das Ziel lässt sich mit dem Sensor Hub Configuration Tool NG auf einen eigenen Server umstellen. Wer die Seeed-Cloud weiter nutzen, aber eine eigene Oberfläche bauen will, greift über die dokumentierte REST-Schnittstelle auf die Messwerte zu.
Das Gerät nimmt eine Micro-SIM im Format 3FF auf und arbeitet mit 4G Cat.1 auf globalen Frequenzbändern. Der APN lässt sich frei konfigurieren, eine Bindung an einen bestimmten Anbieter besteht nicht. Damit funktionieren sowohl klassische Mobilfunkverträge als auch spezialisierte IoT-Tarife.
Das Gerät misst weiter und speichert die Werte lokal, nach Datenblatt bis zu 500.000 Datensätze. Sobald die Verbindung zurückkehrt, überträgt es den Rückstand automatisch nach. Der Online-Status ist deshalb kein verlässlicher Hinweis darauf, ob Messwerte fehlen.
Die Schnittstelle begrenzt Anfragen nach dem Token-Bucket-Verfahren mit zehn Tokens und einem Token Nachfüllrate pro Sekunde. Kurzfristig sind damit zehn gleichzeitige Anfragen möglich, im Dauerbetrieb im Mittel eine pro Sekunde. Diese Werte stehen in keiner öffentlichen Dokumentation und stammen aus einer Auskunft des Seeed-Supports.
Transparenzhinweis: Seeed Studio hat mir den Sensor kostenlos zur Verfügung gestellt, IXT die SIM-Karte. Beide Unternehmen haben keine Vorgaben zur Berichterstattung gemacht, eine Affiliate-Vereinbarung besteht nicht.












